Archiv der Kategorie: Über onsern schwäbischa Tellerrand naus…

Von Zeit zur Zeit muas mr, was so passiert au mit spitzr Feder kommentieren.

Unerwarteter Google-Liebling

Dass Facebook gelegentlich eine unerwartete Eigendynamik hat, ist ja durchaus bekannt. Und das Facebook und Google irgendwie eng vernetzt sind hat man ja geahnt. Jetzt hat es unser Titelfoto unserer Facebook-Seite “erwirscht”, denn die elektronischen Mitarbeiter von “Herrn Google” haben uns davon informiert, dass wir ein Bild im Netz haben, dass bei den Usern extrem gut ankommt. Wie auch immer, uns vom Schwäbischen Lieder- und Geschichtenhaus freut’s.

Hier die Google-Meldung:

Nix für oguat.

Aus Pleidelsheim kam am Samstagabend Mundart-Dichter Rolf Gerlach ins Cafe-Bricklebrit. Zur Begeisterung des Publikums im 1. Märchen- und Geschichtenhaus bewies der “Spätberufene” wieder einmal, welch ein genauer Beobachter der schwäbischen Befindlichkeiten er ist, und wie elegant und feinsinnig er dies in Reime fassen kann.



Die nächste Veranstaltung:

Mehr Infos zum Genuss-Seminar: Kaffee rösten mit Andreas Gstötterbauer.

Auf fröhlichen Abwegen

Jürgen Kunz

Am Freitag hat die eine Hälfte des O.K.-Duos (der K.) einmal seine Bühne onderm Balka verlassen und ist ihr untreu geworden. Aber die Einladung, um bei der AWO in Bietigeim-Bissingen auf schwäbische Mission zu gehen, war doch zu verlockend. Und dann wurde auch noch ein sehr wohlwollender Artikel darüber geschrieben. Ein dickes Dankschee.

Zum siebten Mal lud die AWO Bietigheim-Bissingen unlängst zu ihrem traditionellen Besen ein. Mit einem humorvollen Gedicht reflektierte Manfred Elwert die vergangenen Besentreffen undstimmte die sehr zahlreichen Besucher auf die zu erwartenden akustischen und kulinarischenGenüsse ein.

Für den akustischen Genuss war Jürgen Kunz zuständig, der, wie er betonte, neben seinerMundartschwätzerei auch noch einen richtigen Beruf als Redakteur und Autor ausübt. Unterhaltend vorgetragen, erfuhren die Besengäste vieles über die Besonderheit und Eigenart derMenschen in Schwaben und über die Eigenheiten der schwäbischen Sprache. So ist zum Beispielnicht nur bei den Schwaben, sondern auch bei Italienern und Franzosen das Wort Butter mit einemmännlichen Artikel belegt; sollte also die weibliche deutsche Butter vielleicht doch falsch sein? Mit einem “Heimatstond-Frogeboga” testete Kunz schließlich die Schwäbischkenntnisse seinerZuhörerschaft und hier kamen auch eingeborene Schwäbinnen und Schwaben bei Blonza,Angerscha und Schniddzhbriah mitunter an ihre Verstehensgrenzen.

Schnell verflog die Zeit, und nach dem ersten Ohrenschmaus folgten die kulinarischen Genüsse.Das Küchenteam hatte als typisches Besenessen Sauerkraut mit Leber-, Griebenwurst, Kesselfleisch und Brot vorbereitet. Selbstverständlich fehlte weder der Senf noch “der” Butter.Die Getränkeauswahl ließ keine Wünsche offen und gut gestärkt lauschten die Besengäste derzweiten Kunzschen Schwäbischstunde.

Hier erfreuten Märchen, sehr frei nach dem Gebrüdern Grimm auf Schwäbisch erzählt, die Gästeund rundeten einen genussreichen, stimmungsvollen AWO-Besen ab.

Die nächste Veranstaltung des Ortsvereins findet am Freitag, 10 März 2017 um 15:00 Uhr im AWO-Treff (Schubartstraße 16) statt. Oberbürgermeister Jürgen Kessing wird über dieStadtentwicklung Bietigheim-Bissingens informieren. Wie immer sind Mitglieder und Gäste sindherzlich willkommen.


Die nächste Veranstaltung im Cafe-Bricklebrit:

“Nix für oguat” mit Rolf Gerlach

Förderer der schwäbischen Kultur und dieser Veranstaltung:

Gras-Dackel

Genuss ohne Reue: Saitenwürschtle mit Kartofflsalat

I glaub’ mir send ons jâ seit langem einig, di Welt isch aus de Fuga. Drbei gâht’s dessmâl net om di groß’ Weltpolitik. Noi, au bei ons

Was für a Genuss. Saitenwürtschla mit Kartofflsalaten Deutschland wisset manche nemme, was recht isch ond wia se für ons no weitr des selbschtbeschtimmte Entscheide abnehma wellet. S’gibt also en Kassel am 23. April wiedr amâl a Fescht zom „Tag der Erde“. Ond was machet dia Vrânstalter? Dia ladet alle langjährige Ständlesbetreibr aus, di eigentlich uff em Grill Brâtwurscht ond andere fleischliche Genüsse kredenza wella henn. Weil des sei net nâchhaltig, so di Begründong ond deshalb will mr „ausschließlich vegetarische und vegane Speisen“ âbiate, hoißt’s em ma Brief von dene Grasdackl. Mr könnt’ jetzt dr Professor Mike Archer von dr University of New South Wales (UNSW) en Australien zitiera, dr Kerle sagt nämlich: Pro Kilogramm nutzbare Proteine aus Getreide werdet „unter Umständen 25 mal mehr fühlende Wesen getötet als durch nachhaltige Fleischproduktion“.

Abr es gâht jetzt gar net om Rechthaberei,  es gâht dâdrom, mr will oifach als denkendr Mensch selbr entscheida ond braucht nermand, wo für oin s’Denke abnemmt. Ond deshalb ganget mr heut’ Âbend oifach en di Kleinkunschtbühn’ en Walheim, weil dâ vrzählt dr schwäbische Mundartautor Wilfried Albeck vom „Saitenwurscht-Aquator“ – ond dr drzua werdet mr a Pärle Saitenwürscht mit Kartoffelsalat essa. Ond nâch Kassel zieht’s ons sowieso net.

Wilfried Albeck – Neues vom Saitenwurscht-Äquator

Zum Tag der Muttersprache

Heute ist der Internationale Tag der Muttersprache, einer der wenigen sinnvollen Gedenktage. Im Jahr 2000 wurde dieser Tag von der UNESCO initiiert, da von den rund 6000 Sprachen, die heute weltweit gesprochen werden, die Hälfte vom Verschwinden bedroht ist. Da Schwäbisch zurzeit eine wohltuende Renaissance erlebt, ist deshalb ein Aussterben nicht zu befürchten. Aber liebe Schwestern und Brüder mit der Gnade der schwäbischen Geburt, wir müssen wachsam sein und furchtlos unseren Dialekt pflegen – immer und überall. Denn man male sich einmal folgende grauenvolle Entwicklung vor: Der Butter – immerhin auf einer Stufe mit allen europäiaschen Hochsprachen (le beurre, französisch, il burro,italienisch) –, des Teller, der Zwiebel oder gar das Mensch (eine schwäbische Furie) oder das Menschle (junge Frau) würden in Vergessenheit geraten. Beruhigen wir uns mit einem Schoklad’.

Dr Schoklad’.

Kabarett in realsatirischen Zeiten

Der 63-jährige Otmar Traber ist einer der bekanntesten Kabarettisten im Kreis. Seit 1989 steht er auf der Bühne, seinen Spielort, das Alte Schulhaus in Hoheneck, hat er verlassen und ist auf die „Kleinkunstbühne Casino Kornwest­heim“ gewechselt. In Zeiten von Landtagsposse, Pegida oder Trump erläutert der Künstler im Gespräch mit BZ-Redakteur Jürgen Kunz, was diese Zeit der Realsatire mit Rentenposse im Landtag, Trump und Pegida für ihn als Kabarettist bedeutet.

Der Kabarettist Otmar Traber.

Herr Traber, hat ein Kabarettist überhaupt noch etwas zu tun?

Otmar Traber: Für mich gibt es da zwei Sätze: Humor ist eine kreative Form der Resignation, und das andere ist natürlich, dass Humor eine große Freiheit ist, sich über die heftigste Realität hinwegzusetzen. Und daher ist es eine gute Zeit für Kabarettisten.

Wie gehen Sie in Ihren Programmen an die Situation heran, dass die Realität bereits satirische Züge hat?

Von meinem Verständnis her versuche ich eine humoristische Wendung zu finden. Humor heißt ja nichts anderes, als dass man den Blick anders auf die Realität legt.

Kann dadurch Kabarett etwas verändern?

Im humorvollen Blick finde ich eine Möglichkeit, nochmals eine andere Spur zu setzen, ohne dass man mit Kabarett irgendetwas verändern. Aber man kann befreiter, entspannter die Situation anschauen.

Spielen globale Themen in Ihren Programmen eine Rolle oder bewegen Sie sich mehr im regionalen Umfeld?

Ich habe natürlich Trump oder Pegida im Programm. Natürlich spielt auch die SPD mit Schulz eine Rolle.

Verändern sich Ihre Programme im Laufe einer Spielzeit, reagieren Sie auf aktuelle Ereignisse?

Im Augenblick habe ich noch den Oettinger mit den ,chinesischen Schlitzohren‘ im Programm. Und das mache ich noch auf Englisch, ich weiß aber, dass ich dies vielleicht noch vier oder acht Wochen spielen kann. Man muss immer darauf gucken, wie lange trägt es noch. Man muss natürlich Aktualität haben, ohne dass man in die politische Tagesaktualität verfällt.


Förderer der Schwäbischen Kultur


Geld spielt keine Rolle, oder?

Jürgen Kunz

Opitz & der Kunz wollen natürlich in ihrem Cafe-Bricklebrit auch Spaß haben,  und suchen immer gerne das Gespräch mit ihren Gästen. Und besonders gerne unterhalten sie sich mit Leuten, die sich auch um kulturelle Veranstaltungen (im weitesten Sinn) verdient machen und sich dabei engagieren. Ein Sinn bringender Austausch unter Gleichgesinnten gewissermaßen .

Fast schon zum Grübeln hat uns dabei eine Anmerkung eines liebenswerten Gastes gebracht: “Mit der Kultur kann man heutzutage kein Geld verdienen!” Er wisse von was er spreche, hat er noch ergänzt. Für seine Kulturarbeit habe er ein von der Kommune ein bereit gestelltes Budget von einigen tausend Euro,  aber dies würde in keinem Jahr ausreichen, um ein anspruchsvolles Kleinkunst- und Konzertprogramm auf die Bühne zu bringen.

“Meine Güte, das ist das Fallbeil-Urteil für unser erstes Schwäbisches Märchen- und Geschichtenhaus, war die erste, aber auch nur kurzzeitige Reaktion von Opitz & Kunz. Aber ersten sind wir Schwaben, zweitens sind wir hoch motiviert und drittens sind wir mit einer ebenso kreativen, wie verrückten Sturheit ausgestattet. Wir lassen uns also auf keinen Fall entmutigen, ganz im Gegenteil: Mehr als 40 Veranstaltungen in diesem Jahr, gerade mal zwei Monate nach der Eröffnung unserer Kleinkunstbühne, sind der hoffnungsvolle Start in eine (staatlich oder kommunal) ungeförderte Kulturarbeit.

So bauen wir also auf die Idee der ersten Heimstatt für schwäbische Kultur, auf unser außergewöhnliches Ambiente und die Hoffnung, dass die Künstler dieses Projekt als das sehen, was Opitz & Kunz für sich, für ihre Gäste und ihre Künstler als Präambel des Cafe-Bricklebrits bewusst formuliert haben: „Mit Märchen, Kleinkunst, Lesungen, Musik, unserem schwäbischen Bücherschrank oder Seminaren, aber auch gerade in  unserm Café und in der  Vesperstub‘ mit regionale Produkten, wollen wir unserer schwäbischen Identität, Kreativität und Vielfalt eine Heimat geben. Wir wollen unsere wunderbare Mundart und unser schwäbisches Lebensgefühl gemeinsam pflegen, und sind dabei weltoffen und freuen uns auf Neues – so wie wir Schwaben eben schon immer sind.“

Wenn die Künstler im Land dies genau so sehen und bereit sind daran mitzuwirken, ja dann ist uns um unsere Herzensidee eines Schwäbischen Märchen- und Geschichtenhaus nicht bange. Ganz im Gegenteil, dann beweisen wir gemeinsam, dass Kultur nicht von einem dicken Geldbeutel abhängig ist.


Eigentlich propagiert Jürgen Kunz in seinem außerredaktionellen Leben, das Schreiben in schwäbischer Mundart. In diesem Blog “Über onsern schwäbischa Tellerrand naus…” macht er bewusst eine Ausnahme, weil er will, dass diese Artikel über den schwäbischen Sprachraum hinaus gelesen, verstanden und kommentiert werden.

Die schwäbische Alternative zu Hamburger, Currywurst & Co.

Monatelang hend mr en dr Küche gwerklt ond probiert, vrworfa ond wiedr probiert, ond schließlich send mr zfrieda gwä. Was isch drbei rauskomma? Onser schwäbische Alternative zo Hamburger,  Currywurst & Co:

Onser Schwabwich!

Dr original Schwabwich aus em Cafe-Bricklebrit

Natürlich vrrâte mir onser Rezept niemâls, abr mir lasset onsere Gäst im Cafe-Bricklebrit natürlich an dem übrwältigenda Genuss teilhabe.