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Geld spielt keine Rolle, oder?

Jürgen Kunz

Opitz & der Kunz wollen natürlich in ihrem Cafe-Bricklebrit auch Spaß haben,  und suchen immer gerne das Gespräch mit ihren Gästen. Und besonders gerne unterhalten sie sich mit Leuten, die sich auch um kulturelle Veranstaltungen (im weitesten Sinn) verdient machen und sich dabei engagieren. Ein Sinn bringender Austausch unter Gleichgesinnten gewissermaßen .

Fast schon zum Grübeln hat uns dabei eine Anmerkung eines liebenswerten Gastes gebracht: “Mit der Kultur kann man heutzutage kein Geld verdienen!” Er wisse von was er spreche, hat er noch ergänzt. Für seine Kulturarbeit habe er ein von der Kommune ein bereit gestelltes Budget von einigen tausend Euro,  aber dies würde in keinem Jahr ausreichen, um ein anspruchsvolles Kleinkunst- und Konzertprogramm auf die Bühne zu bringen.

“Meine Güte, das ist das Fallbeil-Urteil für unser erstes Schwäbisches Märchen- und Geschichtenhaus, war die erste, aber auch nur kurzzeitige Reaktion von Opitz & Kunz. Aber ersten sind wir Schwaben, zweitens sind wir hoch motiviert und drittens sind wir mit einer ebenso kreativen, wie verrückten Sturheit ausgestattet. Wir lassen uns also auf keinen Fall entmutigen, ganz im Gegenteil: Mehr als 40 Veranstaltungen in diesem Jahr, gerade mal zwei Monate nach der Eröffnung unserer Kleinkunstbühne, sind der hoffnungsvolle Start in eine (staatlich oder kommunal) ungeförderte Kulturarbeit.

So bauen wir also auf die Idee der ersten Heimstatt für schwäbische Kultur, auf unser außergewöhnliches Ambiente und die Hoffnung, dass die Künstler dieses Projekt als das sehen, was Opitz & Kunz für sich, für ihre Gäste und ihre Künstler als Präambel des Cafe-Bricklebrits bewusst formuliert haben: „Mit Märchen, Kleinkunst, Lesungen, Musik, unserem schwäbischen Bücherschrank oder Seminaren, aber auch gerade in  unserm Café und in der  Vesperstub‘ mit regionale Produkten, wollen wir unserer schwäbischen Identität, Kreativität und Vielfalt eine Heimat geben. Wir wollen unsere wunderbare Mundart und unser schwäbisches Lebensgefühl gemeinsam pflegen, und sind dabei weltoffen und freuen uns auf Neues – so wie wir Schwaben eben schon immer sind.“

Wenn die Künstler im Land dies genau so sehen und bereit sind daran mitzuwirken, ja dann ist uns um unsere Herzensidee eines Schwäbischen Märchen- und Geschichtenhaus nicht bange. Ganz im Gegenteil, dann beweisen wir gemeinsam, dass Kultur nicht von einem dicken Geldbeutel abhängig ist.


Eigentlich propagiert Jürgen Kunz in seinem außerredaktionellen Leben, das Schreiben in schwäbischer Mundart. In diesem Blog “Über onsern schwäbischa Tellerrand naus…” macht er bewusst eine Ausnahme, weil er will, dass diese Artikel über den schwäbischen Sprachraum hinaus gelesen, verstanden und kommentiert werden.

Die schwäbische Alternative zu Hamburger, Currywurst & Co.

Monatelang hend mr en dr Küche gwerklt ond probiert, vrworfa ond wiedr probiert, ond schließlich send mr zfrieda gwä. Was isch drbei rauskomma? Onser schwäbische Alternative zo Hamburger,  Currywurst & Co:

Onser Schwabwich!

Dr original Schwabwich aus em Cafe-Bricklebrit

Natürlich vrrâte mir onser Rezept niemâls, abr mir lasset onsere Gäst im Cafe-Bricklebrit natürlich an dem übrwältigenda Genuss teilhabe.

Dr Schorsch vrzählt vom 28. Januar 2017

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Onsr schwäbische Mundart isch ebbes ganz Bsonders ond mr muas bsonders sorgfältig mit ihr omganga. Grad wenn mr em Dialekt schreiba will. Abr scheint’s lebet mir en moderne Zeita, dia drvo prägt sent, dass mr elles, aber au wirklich elles mit de Computr macha will. Anders isch des net zom erklärte, was so Programmierheinis jetzt em Internet âbiatet: Di automatische Übersetzung von ganze Internetseita ens Schwäbische. Natürlich hât dr Schorsch sofort an Teschtlauf gmacht, ond hât sich des Grimmsche Märchen Rapunzel von dem elektronischa Schmalhirn übrsetza lasse. Ond des Ergebnis? Wia erwartet isch der ens „Schwäbische“ übrsetzte Text oifach grauslich.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 21. Januar 2017

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jessesnoi isch des a Kälte. Dâhanne am Rand vom Schtromberg send mr allerdengs au bissle empfendlich. Uff der Alb, dâ henn se a ganz andre Einschtellung zu den Temperatura, weil wia mr lesa kâ, schlaget se dort bei minus zehn Grad a Loch ens Eis ond ganget schwimma. Bei minus 18 Grad tauschet se d’Sandale gega Halbschuha ond erst bei minus 24 Grad drehet se Heizong uff. Dr oberste Hemdaknopf wird bei d’Älbler erscht bei minus 29 Grad zuaknöpft ond bei minus 38 Grad schließet se s’Klofenschter, bevor nâ bei minus 40 Grad dr Pullover âzoga wird. Wenn bei minus 115 Grad dr Alkohol gfriert, na send die Älber sauer ond beim absoluta Nullpunkt von minus 273 Grad saget se uff Alb: „S’isch scho a bissle frisch“.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 14. Januar 2017

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Uff richtige Holzköpf isch die Muettersproch-Gsellschaft, Verein für alemannische Sprache aus Freiburg, beim SWR gschoßa. Meh‘ wia 12 000 Stimma hât der rührige Veroi mit ra Online-Petition gsammelt ond dia denne Rondfunk-Heinis übrgeba, drmit em Radio meh‘ im alemannischa Dialekt gsendet wird. Ond was isch passiert? Nex. Dia SWR-Verantwortliche hen den gerechtfertigta Wunsch oifach niedrgschmettert.

Am Schorsch treibt des net bloß s‘Wasser en d‘Auga, sondern au dr Zorn ens Gsicht. Vor etlichr Zeit hât‘r dene Radio-Heinis scho amâl ens Schtammbuch gschrieba, sie sollet sich a Beischpiel am Bayrische Rondfunk nemma, dâ wird zeigt, was für tolle Sendonga mr em Dialekt macha kâ. Ganz em Gegatoil zum SWR, wo Mundart emmer no zotige Witz ond Schenkelbatsch-Humor bedeutet.

Deshalb liebe Freind von dr schwäbischa Mundart, wenn Ihr Euern Dialekt so richtig gmütlich pflega wellet, nâ kommet‘r am Freitag, 27. Januar, om 19.30 Uhr ens Café-Bricklebrit, dem schwäbischa Märchen- ond Geschichtahaus, dort findet nämlich en Walheim der erschte Mundart-Stammtisch statt. Ond des Motto von dem Zsammahocka, des wird euch sicherlich gefalla: Es gâht om alte Märchen, ond was ihr drmit für Erinneronga vrbendet. Also bringet eure alte Märchenbüchr mit – ond vrzählet.

A guate Woch‘ ond em Herrgott sein Sega.

Dr Schorsch vrzählt vom 7. Januar 2017

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jetzt isch abr rom, mit dera Besinnlichkeit ond de guate Vorsätz fürs neue Jâhr. Weil mit henn Weihnachta, Neujâhr ond sogar dia Heilige-Drei-König hender ons brâcht, ond ab heut’ wird’s Fasnetshäs aus em Schrank gholt ond abgestaubt. Wenigschtens en de katholische Ecke en onserm Ländle. Mir Evangelische hend’s jâ net so mit em Fasching, ond en dem Jâhr send mir ja besonders beseelt von onserm Martin Luther. Weil der hât jâ bekanntlich vor 500 Jâhr an dr Kirchatür von Wittenberg ghämmert ond uns so manches ens Schtammbuch gschrieba.

Dr Schorsch isch ja net wirklich a Fasnetsnarr, ond älles närrische isch ihm ziemlich fremd – gwesa, bis zom letzschta Jâhr. Durch familiäre Bindonga ens Rheinland hât dr Schorsch den dort übrschwenglich gfeierta Karneval kennaglernt, der jâ em übriga so gar nex mit dera tiefsenniga schwäbisch-alemannischa Fasnet gemeinsam hât.

Ond dort em rheinischa Karneval, dâ henn se scheint’s au richtige Nâchwuchssorga. Net bei de Spaßmachr odr de Tanzmariechen, sondern bei dene, dia en dr Bütt – also dem komisch Zuber, wo uff dr Bühne stâht – dene Großkopfete aus Politik, Wirtschaft ond Gsellschaft die Levita lesat. Em Rahma vom ma Kulturaustausch dichtet jetzt dr Schorsch dort als „Schwäbischr Landbot’“ so manches ens närrische Schtammbuch.

Helau, a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 31. Dezember 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Was soll mr bloss zom Jâhr 2016 saga? Für dr Schorsch war’s a bissle zwieschpältig. Viel Freud’, viel Geschäft ond scheene Moment hât’s geba, abr au etliche Sorga ond Nöt’. Also fascht a normals Jâhr, abr halt net ganz. Wenn mr allerdings am vorletzschta Tag em Jahr sich in der 30-er-Zone am hellichta Morga no a recht teuers Porträtbilde eifangt, nâ gibt des oim doch zom denka.

Als ogeduldigr Kerle freut sich dr Schorsch oifach uff 2017, weil er woiß, es kommt wia’s muss. Ond dâdrzua passt au dia Jahreslosung, di am heutiga Altjahrsâbend en de evangelische Kircha ausglegt wird: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Oi Âmerkong will dr Schorsch abr dem abglaufene Jahr no ens Schtammbuach schreiba: „Liab’s 2016, wenn Du jetzt dia Arschkärtle für’s nächste Jâhr vrteilsch, denk dra, i schpiel diesmâl net mit.“

A zfriedens neus Jâhr, a guate Zeit ond em Herrgott sein Sega

Café & Vesperstube mit Kleinkunstbühne, Seminare. Liebevoll ausgestaltet auch für private Feiern, Gruppenhocks und Radlerstation