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Dr Schorsch vrzählt vom 25. Juni 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Heidenei, jetzt mauret sich dia Engländr doch tatsächlich uff ihrer Insel ei. Eigentlich muss des ons Schwâbe net kratze, bloss für onser Europa hât’ scho arge Auswirkonga. Es isch doch so: Em europäischa Parlament hend dia Amtssprocha von älle Nationa dr gleiche Stellawert. Jetzt fallet also die Engländr künftig weg, ond vielleicht bleibet die Nordirländer ond dia Schotte bei dr Stang. Des hoißt nâ, englisch gibt’s nemme, drfür Gälisch ond Lowland Scots wia au Schottisch-Gälisch.

Wenn des kommt, nâ schlägt des Schtöndle für ons Schwaba. Mir send mit Daimler, Bosch, Hugo Boss, dr Dürr AG, ZF odr Porsche, om bloss a paar wenige zom nenna, jâ scho ebbes arg Bsonders en dr EU. Ond deshalb will dr Schorsch scho mâl vorsichtshalbr en Richtung Europaparlament dia berechtigt Forderung schtella, künftig sott dort au obedengt Schwäbisch gschwätzt werda. Wenn’s net oifach uff dem Weg gâht, nâ sotta mr mâl übr a Petitio nâchdenka.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 18. Juni 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Bloss zwoi Thema treibet d’Leut’ zurzeit om. Natürlich send’s dia Kicker en Frankreich, von dene dia meischte Meischtr von Europa werda wöllat. Obwohl mr von onsere Kicker, nâch dene ihr’m Gschtolppere gega di Pola, grad em Schturm no meh’ erwarta kâ, dass se s’Messer zwischa de Zähn’ henn, isch dr Schorsch felsafescht drvo übrzeugt: Mir werdet au Europameischtr. A bissle därf mr sich au gehässig d’Händla reiba, wenn mir uff onsere nach Nâchbr em Süda glotzt, dia vielleicht recht schnell wiedr hoim fahret. Des isch abr au koi Wondr. Wenn mr en ra Mannschaft zwoi Kerle hât, dia’s mit nâbrâcht henn, dass onsr ruhmreichr VfB jetzt nemma erschtklassig isch, nâ braucht mir sich au nett wondra, wenn’s dia en ihrer öschterreichischa Nationalmannschaft net nâbrengat.

Was ons no omtreibt, des isch natürlich s’Wetter. S’regnet wia aus Kübl ond mr woiß scho gar nemme, wia di Sonn’ hendr dene graue, dicke, fette Wolka aussieht. Dr Schorsch hât des Gfühl, s’wachset ehm scho Schwemmhäut zwischa de Zeha. Ond des blöde Wettr schlägt sich direkt uff’s Gmüat. Mr wird ganz schwermütig – ohne d’Sonn’. Entwedr sott mr jetzt sich ondr Sonnabank lega, odr mit viel, viel Schoklad’ für die notwendige Glückshormon’ sorga.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 11. Juni 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jetzt isch’s endlich losganga ond dia Vorfreid uff’s Schpiel am Sonntich von onsere Kicker mit dene vier Schternla uff em Sporthemedle isch riesagroß. Bloß onsere schwäbische Schwestra ond Brüdr aus dem Großherzogtum Baden hend sich’s jetzt mit em Schorsch abr âschtändig vrscherzt. En Karlsruh’ gibt’s nämlich a Inschtitut für Technologie (KIT) ond dort henn se wohl nex anders zom doa ond a Vorhersag-Software baschtelt für di Europamoischtrschaft. Ond was isch drbei rauskomma? Mit ra Wahrscheinlichkeit von 94,3 Prozent übrstehn onsere Kicker di Gruppaphas’ ond kommet ens Achtlfinale. Bloß werdet mir scheint’s, wie dia Professora em Badischa berechnet henn, net Europamoischter. Grad amol a Zeah-Prozent-Chance kriaget mr aus Karlsruh’. Frankreich (34,4 Prozent), Spanien (17,5) ond England (11,3) send dânach di Favorita.

Des isch jâ oifach lächerlich. Natürlich werdet mir Europamoischtr. Worom? Des braucht mr net erklära, des schpürt mr. Ond außerdem hât dr Sohn vom Schorsch extra a naglneue Deutschland-Fahn’ kauft – desmâl sogar mit’m Bundesadler druff – ond am sechs Metr hocha Fâhnamaschte im Vorgarta nuffzoga. Dâmit send mr beschtens für des Turnier vorbereitet.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vom 4. Juni 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Wenn mr a bekennendr Schwâb isch, nâ sott mr sich au außerhalb von onserm Sprâchraum zu seine Wurzla bekenna. Des isch net emmer ganz oifach, abr s’gâht. So wisset se entzwischa au em bayrischa Allgäu, was Wecka send, weil, wenn mr drei Tag hendranandr en dr Bäckerei dort Wecka vrlangt, nâ kriegt mr am vierte Tag dort au Wecka ond koine Semmeln. Als bekennendr Schwâb, wo entzwischa au a bissle als solchr en dr Öffentlichkeit wahrgnomma wird, kommt’s vor, dass mr von seine Brüdr ond Schweschtra em schwäbischen Geischt emmr wiedr uff’d Prob’ geschtellt ond au gern vrbessert wird. Ondr andrem schtâht di Frâg em Raum, därf mr als Schwâb „Tschüss“ sage, ond isch es vrpflichtend, des schwäbische „Ade“ zom vrwenda. Dr Schorsch isch dr Übrzeugong, onser Dialekt isch a Schprâch, di sich durchaus weitrentwickla muss. Ond au weil’s em leicht fällt ond es a schön’s Wörtle isch, duat dr Schorsch weiter „Tschüss“ sage. Au dr Hinweis, mr dät als Schwâb koin „Schweizer Wurstsalat“ (mit Schinkawurscht, Fleischwurscht oder Leberkäs ond Käs), sondern an „Schwäbischa“ (mit Schinkawurscht, Fleischwurscht oder Leberkäs ond Schwarzwurscht) veschpra, des ignoriert dr Schorsch, weil der nämlich – mr muas es geschteha – koi Schwarzwurscht mâg. Was em Schwäbischa durchaus als Makel gilt. Des sagt dr Schorsch abr jetzt nemme, sondern er hât den Vorschlag vom ma guata Freind beherzigt: „Sag doch oifach, Du hasch’s mit dr Galla ond vrträg’sch deshalb koi Schwarzwurscht.“

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 28. Mai 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Gott sei Dank wird’s emmr meh’ sommrlich. Bloß isch des au dia Zeit, wo sich dia net ganz so Klepprdürre wiedr Sorga om ihr Figur machet. Des isch abr gar net nötig. Vor a paar Jâhr send die klepperdürre Mädla des internationale Scheeheidsideal gwea. Dia arme Hongerhâka hend sich übrhaupt nex me g’gönnt. Anstatt sich am ma g’haltvolla Veschper zom freua, hen sich a Glas Sprudel oder em beschta Fall a Tässle Kaffee als Tagesratio durchgsetzt.

Au dia Kerle waret em Körperwahn. Muckibuda send wie Giftpilz aus em feucht-warme Waldboda gschossa. Mit ma „Workout“ isch dr Tag abgschlossa worda, was eigendlich nex anders hoißt, als dass se em Gschäft net gnuag gschafft hen – ond des isch bei ons schaffige Schwâbe scho âmol völlig oakzeptabel.

Weil’s abr oifach genetisch bedingt net älle Mädla gschafft hen, a Figur vom’ma Bügelbrett mit zwoi Hiebela zom kriage, hen a paar Schlaule XXL-Lädla uffgmacht, mit Kloidla, en dia au Rubensfigura neikomma send. Wia se jetzt abr en dr Zeidong gschriaba hen, machet oinige von dene Lädla zua, weil des Âgebot eher weniger für Jöngere gmacht sei. Vielleicht liagts abr a da drâ, dass sich dia Kundina bloß hoimlich en a XXL-Gschäft neidraut hen, denn wer will sich scho nâchsaga lasse, er kennt’ sich beim Essa net selbstkasteia. Volkswirtschaftlich isch a rechtr Ranza eh dr bessera Weg: Mr braucht bei de Kloider meh Stoff ond mr muas au alleweil neie Hosa kaufa, weil se spannet. Mr muas öfter tanke, weil des meh an Gwicht au meh an Sprit braucht, ond Roifa am Auto werdet schneller abgfahra, d’Sofa werdet schnellr durchghockt, mr braucht meh Soif’ beim Wäscha. D’Landwirtschaft profidiert, weil mr meh’ Floisch, Oir, Grombiera oder – mit Abstrich – meh Gmias vrkaufa kâ. Au de Pharmaindustrie kâ meh’ Pilla fürs Herz, dr Bluatdruck odr für dr Maga ond s’ „Gschäftle“ absetza. Übr dia Vorteil’ von dr Rentaversicherong will I dâ hanna jetzt gar net eiganga.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sege.

Dr Schorsch vrzählt vom 21. Mai 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Scho als Kendle isch dr Schorsch von dr Werbong beeinflusst worde – ond des hebt bis heut’â. „Die Milch macht’s“ ond bsonders „Milch ist gegen Maroditist“, des send dia Werbesprüch’, wo ganz henda em Obrstüble abgschpeichert send. Ond seither isch dr Schorsch a klois „Milchkühla“, wia mr bei ons zu dene sagt, wo des weiße, samtige Labsal – en dr Regel mit ma weißa Rand om d’Gosch – küblweis drenkat. So freit er sich eba net uff’s Feierâbend-Bier odr s’Viertele zom Genießa, sondern uff sei Milch. So fascht a Litr wird am ma Tag leicht wegputzt, ond s’muss natürlich di mit ma hoha Fettgehalt sei – älles andre isch nämlich Laberlesbrüah. Da schpielat au die Kaloria koi Roll’, dia werdet en dr alluminium-blonda Lebenphas’ eh übrbewertet. Ond was will euch dr Schorsch dâmit saga? Er hât sei Lebtag koi Maroditis kriagt. Ond dr Schorsch hât sei Leidaschaft für Milch an seine Kendr ond Kendeskendr weitr vrerbt. Jetzt müssat bloß no an Haufa Leut’ dem Beischpiel folga, nâ muas es au übr kurz odr lang onsre Milchbaura wiedr besser ganga. Also: „Die Milch macht’s“.

A guat Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 14. Mai 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jetzt schtâht’s Pfingschtfescht â. Dâ drbei wird jâ dr Empfang vom heiliga Geischt von dene Jüngr gfeiert, ond gleichzeitig gilt des als Gründong von onsrer chrischtlicha Kirch’. Ond an dem erschta Pfingschta, odr bessr am dâmaliga jüdischa Feschtag 50 Tag nâch Oschtra, henn älle dr Petrus en ihre ondrschiedliche Muttrschprâcha vrschtanda. So liegt’s also uff dr Hand, den biblischa Text zom Pfingschtfescht en schwäbischr Mundart zom vröffentlicha. Dâ isch’ guat, dass dr Schorsch dr Pfarrer Rudolf Paul kennt, weil dr hât en meh’ wia 25 Jâhr’ di ganz Bibel nâch de Urtext ens Schwäbische übrsetzt. Wer meh’ übr dr Rudolf Paul wissa will, odr an Mundart-Gottesdienst mit ehm feiera will, dr kâ em Internet onder www.schwaebischa-kirch.de meh’ erfahra. Uff jeden Fall hat der rührige Mâ sei Übersetzong (en seim Dialekt von dr Alb) von dera Aposchtelgschicht’ zur Vrfügong gschtellt:

„Mô der Pfingstdag endlich då gwea ischd, send se älle an oem Platz beianandergwea. Ond uf oemål håt s vom Hemmel ra braust ond dao, wia wann a Millionssturm durchs ganz Haus fega dät, mô se ghockt send. Ond Zonga send en erschiena, dia hent sich vrtôelt wia Feuer; ond ischd uf jedam von dene drufgwea; ond se send ganz ausgfüllt wôra vom Haeliga Gaest ond se hent ågfanga, en andere Språcha zom sprecha, was en dr Gaest aegeba håt.

En Jerusalem hent aber Juda gwohnt, gottesfürchtige Männer, von überall her von dr ganza Welt. Mô nå des Brausa gwea ischd, håt s en richtiga Auflaof geba ond d Leut send ganz vrdreht gwea, weil s a jeder en saener ôegena Språch håt ebbas saga höra. Då hent se älle gstaont ond sich gwonderat ond gsaed: Guckat no, send dia då, mô då ebbas sagat et älle von Galiläa? Wia kommt nå des, dass a jeder von ons sae ôegena Språch hört, en dui môn r naegebora ischd: Parther ond Meder ond Elamiter ond sotte, mô en Mesopotamien ond en Judäa, en Pontus ond Asien, en Phrygien ond Pamphilien, Ägypten ond de letzte Zipfel von Libyen bei Kyrene wohnat ond Ausländer von Rom, Juda ond Judagenossa, Kreter ond Araber; mir hörat se en onserer Språch vom Herrgott saene graoße Tata saga. Se hent aber älle gstaont ond et gwißt, was se doa sollat ond hent zoanander gsaed: Was soll ao des no wera? Aber andere hent romgspottat ond gsaed: Dia hent wohl a Viertale zviel en dr Birn!“

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 7. Mai 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jetzt isch also doch dr Zeitponkt komma, an dem dr Schorsch wiedr a Thema uffgreife muss, übr des’r letztmâls em Mai 2015 gschrieba hât. Ond eigentlich hât’r denkt, des isch niamâls meh’ a Thema.

Ihr wisset’s längscht: s’gâht om dia Schtiefl-Schtolprer mit dem rota Bruschtreng aus Cannstatt. Weil, wenn dia Großvrdiener en de kurze Hosa bloß halb so eisatzfreudig gwä wäret, wia en de letzschte Tag dia Club-Marketing-Abteilong, seit oinige Wocha dia alte Kamerade wia Staudt, Wasa-Karle ond andre, odr gar dia Bruschtreng-tätowierte-mir-gebet-älles-Âhängr, dia seit Jâhr ond Tag uff de Tribüne älles gebet, nâ müsstet mir ons jetzt net mit dene (Fußball)-Welt-Ondergangs-Übrlegonga romplâga. Abr vielleicht liaget dia ganze Problem’ au mâl wiedr am Schorsch, weil der hât nâch dera osenniga Niederlag’ gega dr Abschteigr Hannover sei VfB-Fahn’ vom sechs Meter hoha Maschta em Garta gnomma – ond fascht vrbrennt. Wenn’s denn helfa dät, nâ könnt dr Schorsch des Fähnle heut’ Morga wiedr nuffziaha, ond er dät nâ au net em Vrdacht schtanda, er hängt sei Fähnle nâch em Wind.

Also, dr Schorsch macht’s. Weil er will älles gebba, ond vielleicht schickt oinr a Foto drvo an dia Schtiefl-Schtolperer nâch Cannstatt. Bleibt zom hoffa, des Fähnle braucht heut’ nâch 17.15 Uhr net no an Trauerflor, weil eigentlich oi Abschtieg, den dr Schorsch 1975 vrleba müssa hât, langt. Ond dr Abschtieg isch dâmals net zom vrhendra gwä, obwohl so Kerle wie Hermann Ohlicher, Gerhard Heinze, Willi Entenmann, Buffy Ettmayer odr Erwin Hadewicz en Cannstatt kickt henn. Guckt mr jetzt uff dia Schtiefl-Schtolperer, wo am heutiga Samschtich dr Karra aus em Dreck hola sollet, nâ müsstet eigentlich älle Apotheker en dr Gegend a Saugschäft mit Baldriantropfa macha.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sege

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