Cafe-Bricklebrit - Schwäbisches Lieder- und Geschichtenhaus | Seite 29 von 33 | Café & Vesperstube mit Kleinkunstbühne, Seminare. Liebevoll ausgestaltet auch für private Feiern, Gruppenhocks und Radlerstation

Dr Schorsch vrzählt vpm 31. Oktober 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Zwoi Sacha henn en dera Woch’ dr Schorsch so richtig zornig gmacht. Noi, net dr Alex mit seine Schtolperer aus Bad Cannstatt. Dâ henn doch am Mondich dia Grasdackl von dr Weltgsondheitsorganisatio (WHO) so richtig oin nausghaue: wenn mr reglmäßig Wurscht odr Schenka esse dät, nâ dät sich des Risiko von Darmkrebs erhöha. Jesses noi, etliche henn da Zuständ’ kriagt ond sich scho als Gsälzbrotesser gseah ond sich en schaurige Bildr a Zukonft mit Rüba, Hafrkecks ond Tofu-Floisch-Küchla ausgmâhlt. Onsre badische Brüdr ond Schwestra vom Schutzvrband Schwarzwäldr Schinkaherstellr henn uffschria, onsere italienische Schinka- ond Salâmi-Herschteller henn gar vom ma „Floischterrorismus“ gschwätzt. Ond was isch am Freitag bassiert?

Dia Kerle von dr Internationala Krebsforschongsagentur, wo zur WHO ghöret, rudret wiedr zrück. Mr häb’ koin völliga Vrzicht uff Wurscht vorgschlage. Vielmehr häb’ mr sage wölle, wenigr Floisch ond Wurscht dät’s Krebsrisiko vrrengra. Dâ send se nâ au wiedr ganz näh bei onserm Minischterpräsident. Weil der hât jâ gsagt, wenn mr an Sack’ Grombiera uff oimal essa dät, nâ müsst mr auch schterba.

So richtig narret isch dr Schorsch abr am Mittwoch worde, weil dâ hât dr Gmeindrat von Kressbronn bschlossa: Ab dr nächschte Saiso dürfte Kloikender em Strandbad am Bodasee nemme nackig bade. Mr dät des mache, om dia Kendle vor Fotos mit pornografischa Hendrgrond zom schütza. Ja, henn se denne Kressbronner Komunalpolitikr eigentlich s’Hirn klaut ond kennet dia sich nemma dra erennern wia se als kloine Bettsoicher gern onda rom blutt em See pflanscht henn? Richtig bleed isch’s nâ worda, wenn mr na dia Rechtfertigong vom Kressbronner Schultes lesa muss. Er dät sich von dem Âblick von den nackige Kendle gschtört fühle, isch oi Grond für die Entscheidong gwä. Dâdrvo isch’r der Grassdackl nâ an Tag schpäter wiedr abruckt mit dem Argument: Kloine Kendla häbet koine Wendla â, ond deshalb dätet se jâ au en d’Sandkäschte odr uff andre Schpielgerätschafte biesla – ond des sei jâ recht ohygienisch. Ois isch klar, mit meim Enkele gang i jetzt uff koinfall nach Kressbronn zom Urlaub macha. Liabe Leut’, wo send mir nâhkomma? Wia isch bloß aus „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“ aus onsrer Jugend „Prüderie, Rooibos-Tee ond Helene Fischr“ worda?

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Es gâht weiter

Signet

Liabr Freind,
a oglaubliche Vrâstaltong stâht jetzt â:

S’Märchenfescht isch vom 15. bis 17. Oktober ond vom 22. bis 24. Oktober em Breuningerland em Tammer Feld. Bei dr “Tee- ond Kräutergalerie” wird onser Märchenfescht gfeiert.

Ond s’Beschte isch: Des koschtet Euch nex.

SignetOnd s’Allerbescht isch: s’ “Märchenbuch No. 1” isch fertig!

Dâhanna gibt’s meh’ Infos.

Signet

Premiere für’s Märchenfescht isch vorbei:

Martin Opitz, Jürgen Kund und Marie Opitz beim der Märchenfescht-Premiere in Freudental. Danke an Martin Kalb (BZ) für das wunderbare Foto.
Martin Opitz, Jürgen Kunz und Marie Opitz bei der Märchenfescht-Premiere in Freudental. Danke an Martin Kalb (BZ) für das wunderbare Foto.

 

S’erschte Foto von dr glongana Veranstaltong am 17. Mai. Bald gibt’s no meh’ Impressiona. Â ganz groß’ Dankschee an älle, wo drbei wartet. Hier gâht’s zom Artikel en dr Bietigheimer Zeitung.

Dr Schorsch vrzählt vom 17. Oktober 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Heut’ soll mâl onser französche Seit’ a bissle ondersucht werda. Emmr wiedr send dia Kerle von dr “Grand Nation” bei uns durchdappt, Hugenotta hend ihr Zuaflucht bei ons gefonde, beim Adel en Württemberg isch ettliche Jâhr s’Französisch ganz elegant gwä ond s’hât au reichlich Studenta geba, wo ebe fränzösisch gschwätzt henn. Uffgschlossa, wia mir Schwâbe no mâl senn, henn sich viele französische Begriff en onsern Dialekt neigschmuggelt. Wobei viele heut’ gar nemme gsagt werdet oder schlicht weg obekannt senn.

Blaffo (französisch Plafond) für Zemmedecke, Schässlo (Chaisse longe) für Sofa odr Sudrai (Souterrain) für Keller, des saget bloß no wenig Schwâbe. Mit ma Plümmo (Plumule) deckt sich heut’ kaum no jemand em Bett zua, als Bagasch (Bagage) will nermeds bezeichnet wera, aber Kurasch (Courage), des henn mr älleweil. Dr Bodschamber (Pot de chambre – Nachtopf), sella braucht mr heut’ au nemme, Wie gern dät mr um am Troddwar (Trottoir) am Zirenka-Busch (Sering) vorbei flanierra (flaner), mit seim Kendle uff dr Gautsch’ (couche) schaukla. Ond au wenn mr net schenant (genant) ond wief (vif) isch, na sott net obedent mit ra Ragall (Racaille) – am ma bösa Wei’ eba- uff em Troddwar (Trottoir) omandr flanierra (flaner). Wenn mr’s allerdeng präsannt (pressant) hât, nâ sott mr ratzputz (rasibus) sei Gugommber-Gmüs’ (concombre = Gurke) auslöffla, weil des isch na scho a rechts Bläsir (Plaisir).

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond am Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 10. Oktober 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Altweibrsommr henn mr, ond zwar oin, wia gmâlt. Was für a schöne Zeit: Trauba, mit ma Gschmack, wo oim s’Wassr en freudigr Erwartong uff an prächtiga Wei’ en dr Gosch dzammalaufa lässt, Blättr an de Bäum’, wo sich farbafroh vrfärbet, a milde Sonn’, wo oim so recht s’Herzle wärmt, ond ebe au Kürbis (siehe „Schorsch“ vom 26. Septembr). Eigentlich isch älles prima. Abr bloß, wenn mr mit zuadruckte Auga durch d’Suprmärkt gâht. Weil dort vergrätzet se oim, scho glei nâch de Sommerferia, die Vorfreud’ uff d’Adventszeit, uff dia mir sich normal erscht am End’ vom Novembr freut. Wia en jedm Jâhr könnet’s dia Vrkäufr net vrwarta, oim Lebkucha ond Dominostoi âzombieta, dia wo mr frühr erscht em Dezembr en sich neigschaufelt hât. Natürlich hât mr sich dâdra seit etliche Jâhr gwöhnt. 2015 möcht’ mr abr vom Glauba abfalle, em wortwörtlicha Senn. Weil, wenn mr Lebkucha ond Dominostoi net mâg, nâ greift mr em Râhme vom Konsumzwang halt gern zom ma Niklas aus Schoklad’. Bloß was macht oinr von dene Discountr? Dia henn en ihre Auslage koine Schoklad’-Nikläus meh’, sondern „Zipfelmännchen“. A Facebook-Freundin hât gschrieba, dene Glufamichl häbet se vor lautr „politischer Korrektheit“ oifach s’Hirn klaut. Des glaub i au.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond ganz bsonders am Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 26. September

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Meine Güte, wo i nâguck, übrall vrfolget mi dia orangene Monschtrum. Dâ wird mr scho grad übrzwech. Wenn mr aus dene Kürbis an Goischt für d’Haustür schnitzt ond Kendr sich freuat, wenn dr Vatr sich mit ma scharfe Küchamesserle en d’Fenger neisäbelt, guat, nâ isch des jâ völlig en Ordnung. Vielleicht kâ mr’s au no akzeptiera, wenn mr aus de knubbelige, warzige odr oförmige Kamerade a herbschtlich’s Kloiod’ baschtelt. Uff em Tellr braucht se de Schrosch abr uff koin Fall. Für Kürbis süß-saur, hât mr Essiggürkle als Alternativ’, statt ama Kürbismus lob’ ich mir a Breschtlingsgsälz ond anstatt ra Kürbissupp’ bevorzug’ i a Floischbrüah’ mit Flädle, a Kartoffelsupp’ odr a Blomakohlsüpple. Weil außer seinr Größ’ ond seiner leuchtenda Farb’ hât für mi dr Kürbis nex – net amol an eigene Geschmack. Widrspruch? Odr worom muss mr en a Kürbissupp’ a Kübl voll Sâhne neileera, odr worom muss mr ällerei Gschmacksgebr nei doa? Weil dr Kürbis an sich eba fad isch. Uff em Komposcht wachset dia Denger, ohne große Pfleg’. Also isch’r a Okraut, dem seine Frücht’ mr frühr de Säu gefüttert hat. So sott’s au bleibe, weil s’Beschte isch am Kürbis, wenn mr’n als paniert’s Schweineschnitzel verspeist.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 19. September 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Es duat ja oim net grad schada, wenn mr gelegentlich sein Denkmuskel a bissle trainiert. Ond weil mr jâ a moderner Mensch isch, plâgt mr sich net mit de große, alte Denkr rom, noi mr beschäftigt sich mit oim von de bekannteschte Wissaschaftler, wo’s heut’ gibt: Dem Engländr Stephen William Hawking. Der isch so gscheit, mr hât den – mr ka sage em wörtliche Senn – uff den Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik an dr Universität Cambridge nâghockt, uff dem schon seligsmâl Isaac Newton gsessa isch. Ihr wisset sicherlich, dr Newton isch der mit seinr Streuobschtwiese gwä, uff dem sein Grend der Äpfl gehagelt isch ond der dâbei di Schwerkraft entdeckt hât.

Abr zrück zum Stephen Hawking, wo so a Käpsele isch, der dät leicht als Schwâb’ durchganga. Der Kerle hât also ondr anderem des Buch „Das Universum in der Nussschale“ gschrieba ond dâdren beschreibt’r „populärwissenschaftlich“, des hoißt en seim Vrständnis mit oifache Wort’, d’Welt. Des hoißt, dâ drenn werdet dia aktuelle Theoria erklärt, wia Wissenschaftlr des Universum beschreibat. Seit 2001 gibt’s des Buch ond solang hât dr Schorsch des au drhoim. Meh’ als a Dutzend Âläuf hat’r entzwischen ondernomma, em beschta Fall isch’r bis zur Seite 32 komma, bis’r gmerkt hât, er hât dia Seite ois bis 31 wiedr amol net vrstanda. Au di ausdrückliche Empfehlong vom Autor, mr dürft’ au gern’ en de Kapitl mittladren âfanga, hât nex gnützt. Em Gegatoil, des Net-Verschtanda war noch viel größr. Obwohl der Wissaschaftsschmökr au wondrbare Schaubildle drenn hât ond net ganz billig gwä isch, werd’ i den jetzt vrschenka. Ondr dr Voraussetzong, der neue Besitzr erklärt mr, was dâ drenn stâht – des pressiert abr net. Ond wenn nermerds des Buch will, nâ vrbrenn i’s, weil i will mr net emmer wiedr selbscht beweise, i han halt bloß a gsonde Halbbildong.

Ich wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Märchenbuch No. 1 isch fertig

Lang isch’s her – über Generationen hinweg faszinieren Märchen Jung und Alt. Märchen sind immer topaktuell. Sie kennen unsere Ängste, Wünsche, Hoffnungen besser als wir selbst. Und sie wissen, wie weh Erwachsenwerden tun kann und wozu wir manchmal einen “Knüppel aus dem Sack” brauchen.

Vor rund zwei Jahren hat der Mund-Art-Autor Jürgen Kunz die Märchen als seine mundartliche Spielwiese entdeckt. Nicht nur bekannte Kindermärchen hat der Autor ins Schwäbische übertragen, gerade die “unbekannten, schrägen Märchen”, die die Gebrüder Grimm in ihrer Sammlung versteckt haben, sind seine Favoriten.

Mit der Übertragung in die schwäbische Mund-Art erhalten die Märchen einen ganz besonderen sprachlichen, literarischen Reiz, getreu dem Motto des Journalisten und Mund-Art-Autors Jürgen Kunz: “Mund” heißt im Schwäbischen “Gosch”, “Art” kommt vom englischen “Kunst” – also verfasse ich “Kunscht für ond mit dr Gosch”.

Die Bietigheimer Zeitung schrieb über das erste schwäbische Märchenfescht: “…den Zuhörern gefiel vor allem Kunz’ Übersetzungsweise, der die Märchen nicht eins zu eins übertragen hatte, sondern ihnen einen eigenen, schwäbischen, Charme gegeben hatte: ,Dr bese Denger lebt nemmr’ beispielsweise, als der Wolf erlegt wurde.”

Signet

Märchenbuch No. 1,  Format: 21×21 cm, 92 Seiten
direkt beim Amazönle bschtella, ond am nächschte Tag isch’s bei Euch. Hier klicken.

Inhalt:

  • D’Lebenszeit
  • Rapunzel
  • Am Gockl sein Balke
  • Dr Wolf ond dia sieba jonge Goisla
  • Dia drei Faulenzr
  • Des tapfere Schneiderle
  • Dr goldene Schlüssl
  • Schorsch ond dr Bohnastengl
  • Dr Herr Kordes
  • Baba Jaga
  • Di omtriebig Lies’
  • Hänsl ond Grethl
  • Schneewittle ond dia sieba Zwerg
  • Schneeweißle ond Rosarot
  • Aladdin ond d’Wondrlamp’
  • Tischle, deck De

Dâ gibt’s zwoi Vrsucherle für Euch.

Dr Schorsch vrzählt vom 12. September 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Heut’ schtellt sich di Frâg, ob’s politisch no korrekt isch, wenn mr „Bettler“ schreibt. Uff jeden Fall, hann i en de letzschte Tag oin so an Kerle hier bei ons beobachtet. Der isch also an exponierta Schtell en dr Fußgängrzon’ ghockt, hât intensiv em ma Buch glesa ond vor sich a Bappadeckl-Schild ghet, mit dem’r om Geld bettlt hât: „Für das Leben.“ Am nächschta Tag isch’r wiedr an dr gleiche Schtell ghockt, bloß hât’r sei Schildle aktualisiert ghet: „Für ein ehrliches Weiterkommen im Leben.“ Ja, was soll i drzu saga? S’ehrlichschte Weiterkomma em Leba wär halt, wenn’r für sei Auskomma ebbes schaffa dät, ond net de andre ihre Kreuzerla aus em Kreuz leiera dät.

Ond wenn mr scho bei dr „Politischa Korrektheit“ send, nâ därf mr wirklich bloß no dr Kopf schüttla. Wia hend se en dera Woch’ den bayrischa Innaminischtr Joachim Herrmann von dr CSU durch dr Dreck’ zoga, weil’r dr Roberto Blanco als „wunderbarer N—r“ tituliert hât. Di Bondespolitikere Claudia Roth hât a paar Tag schpätr en dr Fernseh-Schwätz-Schau übr Flüchtleng gsagt: „Es werden auch Menschen kommen, die nicht unmittelbar verwertbar sind.“ Hä? Meh’ wia merkwürdig isch allerdengs, was passiert isch – nämlich nex. Vielleicht isch dia Internet-Meschpoke eba mit den greene Politiker ebes milder, wia mit andre.

Em übriga kâ mir sich scho uff d’Schenkl klopfa, wenn se en de öffentliche Vrwaltonga „gendergerecht“ formuliera. Es wird jâ bekanntlich in Kirchheim dr Bürgermoischtr gwählt ond dort gibt’s bloß zwoi Kandidate: Dr Amtsinhabr ond a Vielfach-Kandidat, wo voraussichtlich kaum Chance zom gwenna hât. Des soll abr jetzt koi Roll’ schpiela. Viel nettr isch die Eiladong für dia Kandidatevorschtellung, wo se vom Râthaus vrschickt henn. Dia boide oinzige Bewerbr send also Kerle, ond was von was schreibet se en dr Eiladong? Von dr „öffentlichen Kandidatenvorstellung für die Wahl des/der Bürgermeisters/Bürgermeisterin“. Hanno, vielleicht kommt jetzt oiner von dene boide Kandidata em Röckle odr schmucka Koschtümle, weil’r moint, seine Chance dätet sich drmit vrbessra.

Ich wünsch’ Euch a guate Zeit’ on em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 5. September 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Völlig aus dr Zeit isch jetzt dr Schorsch gfalla. Worom? Er isch a bekennendr Net-Fahrrad-Fahrer. Weil mr erschtens en dr Mitte vom vierta Jâhrtausend vor Chrischtus des uff ra Achs’ sich drehende Rad erfonda hât ond a bissle schpäter dr Carl Benz – i geb’s zu, der Prachtkerle isch en Karlsruh’ gebora – sein „Patent-Motorwagen Nummer 1“ uff dia Feldweg brâcht hât. Seither send dia Autole schtetig bessr worde, au mit große Koffrräum’ ond Âhängrkupplonge. Also gibt’s für mi net amol âsatzweis’ a Notwendigkeit per körperlichr Âschtrenong uff ma Drâhtesel durch d’Gegend zom fâhra.

Des sieht dr griane Vrkehrsminischter em Ländle nadierlich anders. Sommerloch-agil ond recht mediawirksam hât der sich en dera Woch’ uff a Laschtafahrrad nuffghockt, om en dr Landeshauptstadt zom zeiga, wia gschickt so a Drâhtesel (mit ma Elektro-Motörle) sei ond wia viel Zeug’s mr drmit transportiera kâ. „Mühelos“ könnt’ mr bis fascht 180 Kilo drmit ommanandr karra, selbscht ganz Biertisch-Garnitura seiet koi Problem, hend se em Radio gsagt.

I will des net, weil jetzt reg’ i mi scho übr dia Renn-Radl-Radler uff, wo sich uff ihre Carbon-Esel uffführet, wia wenn’n dia ganze Strâß’ alloi ghöra dätet. Ond jetzt soll i mi au no mit Laschta-Fahrrädr romärgra, wo irrsennig lang send ond bei dehne mr sich net vorstella will, wia des isch, wenn a Laschta-Fahrrad-Fahrer-Âfänger s’erschtmâl 180 Kilo, womeglich s’Trottwar nuff ond nondr, omandr wuchtet. Mr derf jetzt gschpannt sei, was für a „ökologische Sau“ vom Vrkehrsminischter no durch’s Ländle trieba wird. Vielleicht werdet uff am Land wiedr Ochsakarra statt de Bulldögla entdeckt ond möglichrweis’ müssat künftig die Taxifahrer ihre bequeme Limusina en dr Garage lasse ond drfür mit dr Rikscha ihre Fahrgäscht’ omandr kutschiera.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Café & Vesperstube mit Kleinkunstbühne, Seminare. Liebevoll ausgestaltet auch für private Feiern, Gruppenhocks und Radlerstation