Dr Schorsch vrzählt vom 22. Juli 2017

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Dr Schorsch erinnert sich scho gar nemma drâ, wenn’r sich s’letzscht Mâl en dia Schienawägela neighockt hât. Selich’s Mâl hât mr seine Fahrkärtle no am Schaltr kaufa kenne, so lang isch des scho her. Jetzt macht mr des em Computr, ond s’funktioniert eigentlich prima. Mr kâ’s sogar drhoim selber ausdrucka. Em Normalfall fahrt dr Schorsch Auto, abr heut uff d’Nacht, dâ fahrt’r mit’m Zug. Eigentlich dauert dia Streck’ wo er fahra muas, mit am Auto so zwoiahalb Schtond. Jetzt mit dem Bimmlbähnle von der DB gâht’s am Samstag om halb Zwölfe los, ond âkomma duat’r kurz vor halb Siebene. Jetzt woiß’r, worom er scho lang nemme Zug gfahre sich.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 15. Juli 2017

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Auto kennet enzwische ganz alloi uff dr Strâß‘ fahre, elektronische Rechenmaschina übrnehmt für manche von ons s’Denka, Kaffee wird von onglaubliche Maschine ganz alloi brüaht. Älles Beispiel‘ höchschtr Ingeniörskunscht. Ond wo bleibet mr em technische Mittelalter stecka? Natürlich bei so lebenswichtige Hausbeschtandteil, wia de Rolllade-Gurt. Wem jemâls so a Gurt gfatzt isch, ond wer denn nâ selber auswechla wella hât, der muas mir oifach recht geba.

Vrsuach ond Irrtum isch di Vorgehensweis, di oim die henderwäldlerische Technik abverlangt. Mr muas om s’Eck nom denka, bis mr woiß, wo der Gurt zerscht eigfädelt wird. Glei drei Händ’ sott mr hann, om di widrschpenschtige Stahlfedr en dem Uffrollmechanismus uff Schpannong zum halte, bis mr den Gurt in so a winzig klois Halterle neipfriemelt hât. Ond dass mr dia Blechtoil au entgrâte kennt, des henn di Hersteller au no net gwisst. Weil nach dera Aktio’ hât mir zemlich verschnittene Händ’.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Unerwarteter Google-Liebling

Dass Facebook gelegentlich eine unerwartete Eigendynamik hat, ist ja durchaus bekannt. Und das Facebook und Google irgendwie eng vernetzt sind hat man ja geahnt. Jetzt hat es unser Titelfoto unserer Facebook-Seite “erwirscht”, denn die elektronischen Mitarbeiter von “Herrn Google” haben uns davon informiert, dass wir ein Bild im Netz haben, dass bei den Usern extrem gut ankommt. Wie auch immer, uns vom Schwäbischen Lieder- und Geschichtenhaus freut’s.

Hier die Google-Meldung:

Dr Schorsch vrzählt vom 8. Juli 2017

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Ach herje, wie froh isch dr Schorsch. Weil er isch koi Politikr ond erscht recht koi Diplomat. Dâ muss sich doch geschtern onser Bundes-Angela mit drei richtige Grasdackl treffe, weil se jâ di Gaschtgebere von dem Gipfel mit de 20 scheinbar wichtigschte Menscha von dr Welt isch. Ond obwohl mendeschtens zwoi von dene drei ons uffs übelschte beleidigt henn, was en diplomatische Kreis’ jâ so richtig vrwerflich isch, muss onser Kanzlere süß-säuerlich lächle ond dene au no vor etliche Kameras dr Bricket schüttla. Des kennt dr Schorsch uff koin Fall. Er dät dâ ganz oifach den 365 Eiträg umfassenda Schimpfwortkalendr vom Thaddäus Troll aus em Schtegreif zitiera.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 1. Juli 2017

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Übr dia Phase von seim Leba will dr Schorsch filosofiera. Als jonger Kerle hât’r wia faschd älle – en dera Zeit von Sex ond Rock ond andre Sächla – dia Welt vrbessra welle, ond isch drbei jämmerlich gscheitert. Als jongr Familiavatr hât’r probiert seine Kendr dia Welt zom erklära, om se hoffentlich uff dr richtige Weg zom schicka. Fascht vrzweifelt isch dr Schorsch später, an de Leut’, dia damals (wia heut’) dr gsonde Menschavrschtand verlora henn. Lang isch di Zeit gwä, in dera es am Schorsch am liabschta gwese isch, wenn s’ehn oifach en Ruah’ glassa henn. Jetzt hofft’r uff dia Altersmilde ond vor ällem uff dia zua erwartende Reife em Leba. Ond er isch drbei ganz arg an sich zom schaffa. Net, dass aus ehm au no oinr von der furchtbarer Grandler wird, dia sich sogar übr dia Muck’ anr Wand uffregat.

A guate Woch ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 24. Juni 2017

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Heut’ wird’s kurz, weil dr Schorsch orientiert sich an dr Fürbitte vom Pfarrer, wo am Sonndich sei Enkltöchterle tauft hatt. Noi der hat sich net an dr Wunsch vom Schorsch gehalte, der a kurze Predigt ond a lange Brâtwurscht gern hât. Abr sei Fürbitte, natürlich erscht nâch der Kirch’ em private Kreis, war oifach klasse: „Herr, schenk’ mr Geduld – abr schnell.“

A guate Woch’ ond em Herrgot sein Sega.

Dr Schorsch vrzählt vom 17. Juni 2017

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Mit ra extrem schwieriga Frâg’ beschäftigt sich seit Tag’ dr Schorsch. Es gâht om dr Brästling. Noi, des liegt net dâdrâ, weil dr Schorsch so gern Brästlingskuacha (mit Sâhne) odr gar Brästlings-Gsälz isst. Dr BZ-Leser Walter Pfeiffer aus Bietigheim-Bissingen hât nämlich an di Redaktio’ gschrieba, weil’r seim Sohn, wo en Bremen lebt, gern erklära dät, woher des schwäbische Wort für Erdbeera denn herkommt.

Schnell isch die „Etymologie des Schwäbischen“ vom Hermann Wax zur Hand gnomma, bloss so richtig schlau isch mr dânâch au net. Insgesamt sechs Erklärongsvrsuch – daronter an zemlich kompliziertr aus ondrschiedliche lateinische Wörter – gibt’s en dem fascht 600 Seite dicka Wälzr. So ist nach Hermann Wax „die gefälligste Erklärung“: In vorreformatorischer Kritik an der Kirche und deren hohen Amtsträgern gleichen der feiste, runde, wohlgenährte „Brästling“ in seiner kirchenfarbenen Wohlgenährtheit einem „Probst“, einem „Pröbstling“. Allerdings sei diese Ableitung doch wohl nur Volksetymologie, weil des Wort „Brästling“ sei scho em 14. Jahrhondert uffkomma, die fragaria grandiflora, isch aber erscht vier Jahrhondert später nâch Europa komma.

Es kennt abr au sei, a schwäbischr Kaufmann hât die Beera von der französischa Stadt Brest, dem Erdbeera-Zentrum en dr Bretagne, ens Ländle mitbrâcht.

Dr Thaddäus Troll vrmutet, des Wort kommt vielleicht aus’m Lateinischa „praestare – voranstehen“, als Erschtlingsobst em Jahr.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Volles Haus: Aufspielen beim Wirt

Aufspielen beim Wirt, Café Bricklebrit. Foto: Helmut Pangerl

Dass die Schwaben entgegen einem viel zitierten Vorurteil bei traditionellen Liedern durchaus textsicher sind und auch mehrere Strophen fehlerfrei vortragen können, bewiesen am Freitagabend im Walheimer Lieder- und Geschichtenhaus die gutgelaunten Gäste. Bei der dritten Auflage des Projekts „Aufspielen beim Wirt“ im Café Bricklebrit, durch das der Baden-Württembergische Landesmusikrat das Pflegen alter Wirtshausmusik fördern will, zeigten die Musiker und Gäste auch ihre Bereitschaft, über den württembergischen Tellerrand hinauszuschauen, und stimmten unter anderem auch mit viel Begeisterung das Badnerlied in der Walheimer Kelter am Neckar an. Das Trio des Schwäbischen Lieder- und Geschichtenhauses veranstaltet alle zwei Monate ein „Aufspielen beim Wirt“, das nächste Mal sind Musiker und Gäste am 11. August dazu eingeladen.


Der nächste Termin für “Aufspielen beim Wirt” im Cafe-Bricklebrit ist am Freitag, 11. August.

Café & Vesperstube mit Kleinkunstbühne, Seminare. Liebevoll ausgestaltet auch für private Feiern, Gruppenhocks und Radlerstation