…auf schwäbischer Mission…

Seit mehr als einem Jahr bin ich nun auf meiner schwäbischen Mission unterwegs. Dabei werbe ich nicht nur aktiv für unseren wunderbaren Dialekt und zeige auf, dass dieser so vielfältig wie die Menschen ist. Es ist geradezu eine Herzensangelegenheit für mich zu beweisen, schwäbisch ist nicht nur laut und derb (wie man den Dialekt im öffentlich-rechtlichen TV bedauernswerter Weise ertragen muss), sondern vielschichtig und feinsinnig. Mund-Art definiere ich gerne so: Das lutherdeutsche Wort „Mund“ heißt im schwäbischen Gosch; der englische Begriff „Art“ wird mit Kunst über setzt – also ist Mundart nichts anderes als „Kunscht mit dr Gosch“.

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Dank an Thomas Kollin für das wunderbare Foto.

Ungeheuer viele schwäbische Begegnungen waren in diesem Jahr möglich, viele Recherchen bei Dialektforschern haben einen immer klareren Blick auf unseren Dialekt ergeben – und letztendlich ist daraus ein ebenso unterhaltsames, wie informatives Bühnenprogramm entstanden.

2000 Jahre alt ist der schwäbische Dialekt und damit vier Mal so alt wie das Lutherdeutsch. Besonders erfreulich ist die Entwicklung, dass in der globalisierten Welt der Dialekt eine Renaissance erfährt und als heimelig und vertrauenswürdig empfunden wird. Dass meine schwäbischen Exkursionen durchaus beim Publikum ein Nachdenken bewirken, hat das Gespräch mit einem nicht unbekannten Politiker gezeigt. Meine mundartlichen Ausführungen hätten ihn dazu bewogen, seinen eigenen Umgang mit dem Dialekt zu reflektieren. Mit dem Ergebnis: Er werde künftig diesen weniger verleugnen.

Was will man mehr?

Eine weitere Erkenntnis hat sich in diesem Jahr verfestigt: Mundart ist die geschwätzte Sprache. Obwohl der Ausgangspunkt meiner schwäbischen Mission mein erstes Buch in schwäbischer Mundart („Hoimatstond – Gschichtle ond Begnonga mit ällerlei Leut’“) ist, will das Publikum den Dialekt hören und nur in Ausnahmefällen lesen.

Dieser Forderung des Publikums will ich nun verstärkt gerecht werden, und wenn man der Berichterstattung in der Tages-Zeitung Glauben schenkt – 😉 –, wird meine schwäbische Mission von den Zuhörern gerne und interessiert angenommen.

Hann i di jetzt (hoffentlich) neigierig gmacht
ond Du willsch au âmol mi bei dir uff die schwäbisch Missio schicke?

Oifach a E-Mail schicke juergen.kunz@sueviaverlag.de
oder ârufa: 0171-6501679

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