Archiv der Kategorie: 3. Dr Schorsch vrzählt

Nr. 163: Dr Schorsch vrzählt vom 14. Juli 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Mit am Sportglotza isch‘s zur Zeit für ons net ganz oifach. Mit dene Kicker war‘s jâ bekanntlich gar nix. Ond so a Endspiel ohne Schwarz-Rot-Gold? Dâ fehlet oim dia Emotiona. Oifach bloß zuglotza des macht koin richtiga Spaß. Au bei dr französischa Apotheka-Rondfahrt send onsere Radler bloß gelegentlich mit vorna drbei. Deshalb send mr heut‘ ganz vrückte Tennisâhängr, schließlich stâht onser Mädle em Endspiel von Wimbledon. Ond dâ müsset mr ganz arg älle onsere Dauma drucka, damit onser Mädle gega dia amerikânische Wuchtbrumme endlich die Nachfolge von onsrer Steffi schafft.

 guate Woch‘ ond em Herrgott sein Sega

Nr. 162: Dr Schorsch verzählt vom 7. Juli 2019

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Bekanntlich isch onser schwäbischa Sprâch – ja genau, Schwäbisch isch a oigene Sprâch ond net „bloss“ a Dialekt – übr 2000 Jâhr alt. En dera langa Zeit hât’s au so einige Vränderonga geba. Ond so send au viele französische Wörtr ens Schwäbische uffgnomma worda, natürlich mit ra notwendiga Vränderong en dr Betonung ond wia mr se schreibt. S’gibt viele Gründ’, worom mir so viele französische Wörtr übrnomma hend. Oinr isch, weil onsre württembergische Grafe ond Herzög enge Beziehonga zur Grafschaft Mömpelgard – was heut’ Montbéliard hoißt – ghet henn. Emmerhin hât Mömpelgard 400 Jâhr (von 1397 bis 1796) zom Haus Württemberg ghört.

So, nâ will dr Schorsch mâl a bissle schwäbisch-französisch parliere. Mein liebr Scholli! – des kommt vom französischa Wie-Wort joli („hübsch“) –, des fällt em natürlich leicht, schließlich isch Schorsch dia schwäbische Versio vom französischa George. Des Ganze machet mr jetzt tuschur (französisch: toujours = immer) ond zo onserm Bläsier (plaisir = Vergnügen) ond zom Bassledo (passer le temps = Zeitvertreib).

Am Beschta mir flanieret (flaner = umherschlendern) uff em Drottwar zo onserer Affär (affaire = Liebschaft), en ma feina Schemisle (chemise = Hemd) ond mit onserem Fazinettle (le facenez chic = Einstecktuch) em Kittel-Täschle. Mir müsset bloss uffbassa, dass mr onser Portmonaie net uff em Küche-Buffet liega lasset, weil nâ gibt’s em Café bloss an Muggafugg (mocca faux = dünner Kaffee). Ond uff d’Schoddosoß (chaudeau = Weinschaumcreme) müsset mr au vrzichta. Des wär’s nâ mit em amisiera (amuser =Spaß haben). Ond na könnet mr bloss no alloi uff em Schässloh (chaiselongue = Sofa) hocka, an dr Blaffoh (Plafond = Zimmerdecke) glotza odr em Raasch (rage = Zorn) mit em Baddschr (battre = Teppichklopfer) ganz brässand (pressant = eilig) uff der Boddschambr (Pot de chambre = Nachttopf) druffschlaga. Des wär zom blärra (pleurer = heulen),weil mit wäret en ra arga Bredull (bredouille = Bedrängnis.). Abr solche Fissematenda (visitez ma tente = unüberlegte Handlung) machet mir jâ net.

Abr weil mir Schwâbe jâ recht wief (vif = pfiffig, umtriebig, schlau) send, schenket mir onserem Schätzle – was natierlich koi Ragall (racaille = streitsüchtige Frau) isch – a Sträußle Zirengga (sering = Flieder) ond zündet romantisch mit m Pedäderle (peut-etre = Feuerzeug) a Kerzle â. Em Padärr (par terre = Erdgeschoss) könntet mr nâ mit onsere Meedala (mode = seltsame Angewohnheit) uff em Plümo (Plumule=Federkissen) ausleba.

Für heut’ Ade (adieu=Auf Wiedersehen)

Nr. 161: Dr Schorsch vrzählt vom 30. Juni 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Dr Herrgott kâ oin au mit viel strafe.  Di schwäbische Erkenntnis zeigt zurzeit sei ganze Wâhrheit. Dia wo a Gärtle henn, dia werdet jetzt zustimma. S’gibt so ohsägliche Menga an Träuble ond Himbeere, dass vielleicht scho bald d’Gsälzglässla ausganget. Ond au en de Streuobstwiesa hänget dia Äpfelbäum voll, ond dia alte storrige Äscht hänget bis zom Boda nâ. An richtiga Schwâb freut des natürlich, wenn’s au viel Gschäft mit sich brengt. Bleibt jetzt bloss zom hoffe, dass die Sonn’ so richtig viel Zuckr en dia Äpfel neibringt. Weil na fließt dr hochprozentige Erlös beim Schnapsbrenna so richtig en d’Fläschla.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 159: Dr Schorsch vrzählt vom 16. Juni 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Dia Warterei hât jetzt endlich a End. Die Fußball-WM hât âgfanga ond onsre Buabe schnürrat morga ihre Kickstiefl ond hauet möglichst oft di Kugl ens Aluminiumgehäuse. Dr Schorsch hât natürlich koin Zweifl dâdrübr, onsre Buaba werdet Weltmeischtr. Onsr badischr Jogi, ond dâmit au onser Landeskend – mr kâ’s ja net oft gnuag wiederhola: mir ondrscheidet bloss zwischa Württembergr ond Badner, weil boide em gleicha Volksstamm âghöret – hât scho viele rechte Kerle mitgnomma: en dr Abwehr Matthias Ginter, Joshua Kimmich ond Marvin Plattenhardt, em Mittelfeld ond em Sturm Mario Gomez, Sami Khedira, Sebastian Rudy ond Timo Werner. Alles Buabe mit familiäre Wurzla bei ons em Ländle. Ond wenn mr nâ no dr Antiono Rüdiger ond dr Niklas Süle, dia ihre fußballerische Spohra sich bei ons vrdient hen, drzua nemmt, nâ kâ jâ gar nix meh’ passiera. Ond zua gutr letzscht hen mr au no dr Co-Trainer Thomas Schneider, der emmerhin von seinr Jugend ond später zwölf Jâhr als Vrteidigr beim VfB kickt hât.

Morga a schees Spiel gega Mexiko, a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 158: Dr Schorsch vrzählt vom 9. Juni 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

S’isch a große Freid für dr Schorsch, weil seit Donnerstich wird em Weltall wiedr an ons vrtrautr Dialekt geschwätzt. Natürlich sieht sich onser Astro-Alex aus em hohaloischa Künzelsau net als Schwâb, abr er kommt eba aus onserm Ländle, ond des freut ons. Bsonders kulinarisch lässt dr bade-württembergische Chef en dr Internationala Raumstatio’ (ISS) seine Kamerade am Genuss von hiesige Leckereia teilhabe: Net ganz, wia bei seinr Mama drhoim, abr immerhin gibt’s en dr ISS em nächste halbe Jâhr Spezialitäten aus onserer Hoimat: Käs’spätzle mit Speck, Maultasche mit Spinat, Linsa mit Spätzle ond Saitenwürstle, außerdem Hühnerrahm-Geschnetzeltes ond a Zwetschgen-Dessert – eba an Ofaschlupfr. Mr kennt ganz neidisch werda.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 157: Dr Schorsch vrzählt vom 2. Juni 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Als richtigr Schwâb sott mr jâ scheints bloss Trollinger, Trollinger-Lemberger odr Moscht trenka. So send halt die Vorurteil übr ons. Dr Schorsch kâ des net bestätige ond hat geschtern oin von de wichtigste Aktionstâg gebührend ond ausschweifend gfeiert. Am Freitag hât’s nämlich zom 61. Mâl dr Weltmilchtag geba. Für a Gläsle – odr au meh’ – kalte Milch, dâ dät dr Schorsch meterlang laufe. Wenigstens von vom Chaiselo bis zom Kühlschrank. A Gläsle Milch, des isch für ihn dr glongene Abschluss vom Tag. Dâ könnet dia penedrante Tierschützr no so laut dâgega lamentiera, weil mr jâ dia arme Rendviechr ausbeute dät, wenn mr Milch drenkt. Dâ lässt sich dr Schorsch gar net vrosichra, wenn’s om dr Genuss vom ma Gläsle – odr au meh – kalte Milch gâht. Wie hât frühr, wia dr Schorsch no a jongr Kerle gwä isch, dr Werbeslogan gehoißa? „Milch ist gut gegen Maroditis“, so hât dr Kabarettist Wolfgang Gruner für di gsondheitsfördernde Wirkong von Milch gworba. Vermutlich hât di Werbong sich tief einbrennt. Wobei dr Schorsch bis zom heutiga Tag net woiß, was di Marodits sei soll. Abr des wär jâ a ganz andre Gschicht.

A gute Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Nr. 156: Dr Schorsch vrzählt vom 26. Mai.2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Autofahre isch nex für Angschthase. Bsonders en dr Kronenbergstrâß en Bietigheim-Bissingen. Dort gilt nämlich: Dr Stärkere hât Recht, odr bessr der hât Vorfahrt. Jeda Tag setzt dort dr Schorsch fascht sei Gsondheit uff’s Spiel – beim Begegnongsvrkehr mit dene Liniabuss’. Dia raset mit ra affaartige Gschwindigkeit des Sträßle nuff ond na, ond dia Busfahrer erwartet, dass mr an dene (oübrsichtliche) Engstella gefälligst gschwendt uff d’Seite spritzt. Bisher hât’s no jeden Tag klappt. Ond die Reaktio von den denen Busfahrer? Koine. Au an tiefr ond bohrendr Blick in die Auge des Gegners am Lenker von dene große Ogetüm bringt nex, obwohl mr sich doch übr a klois Handzeicha als Dankschee recht freua dät. Künftig wird dr Schorsch per Handzeicha freudig grüßa, so als Dankschee, dass’r di Aktion obeschädigt übrlebt hât.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Schutzengel

Nr. 155: Dr Schorsch vrzählt vom 18. Mai 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Übr dr legendäre LKW mit ABS (Leberkäsweck mit a bißle Senf) – des schwäbische „Fastfood“ schlechthin – hat dr Schorsch ja an dera Stell‘ gschriebe. Abr dr Lebrkäs isch jâ für ons Schwabe fast schon universell einsetzbar. Klar, âbrägelt in dr Pfann‘ des gâht emmer, a Ochsaaug no druff, nâ wird’r schon zur ra recha Leckerei. Wenn abr zwischa’m Lebrkäs ond dem Ochsaaug no a Scheib Käs vrschmilzt ond mit gröschte Ziebel des ganz vrfeinert wird, nâ isch a richtiger Hochgenuss. Nâ isch’s scho fast egal, ob mr an Ranka Baurabrot drzua hât odr vielleicht sogar en Schmalz gröschtete Grombiara. Wie vielfältig dr Lebrkäs isch, des zeigt sich, wenn mr ihn mit Soß’ ond Kartoffelsalat vespert oder gar aus feine Stroife an herrlich deftiga Wurstsalat macht. Ond wenn älle Streng’ reißet, nâ kâ mr aus dem Lebrkäs au no an kaloriareicha Floischsalat mit Gürkle ond Mayonäs mache. Ach, mr wird grad vrückt, wenn mr sich des älles vorstellt.

A guate Woch‘ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 154: Dr Schorsch verzählt vom 12. Mai 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Mir Schwâbe gelted jâ gmeinhin als grobschlächtig, raubauzig ond grobklotzig. Vielleicht liegt des au dâdrâ, weil’s bei uns jâ tatsächlich an Kalender mit 365 Schimpfwörtr für jeden Tag gibt ond mir doch gelegentlich lautstark aus dr Haut fahred. Ond des Diplomatische isch jâ net grad onser Sach, mir benennet halt älles ohne Omschweif’. Um so meh’ hât sich dr Schorsch übr a Ondrhaltong gfreut, di’r jetzt em Strâßecafé belauscha könna hât. Dâ hât sich doch tatsächlich a Frau, di hörbar net aus onserem Sprâchraum komma isch, bei ihrm Begleitr übr die Bedienung an der Theka ausgelassen: „Es war so herzlich gerade, eben typisch schwäbisch.“ S’gâht doch.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 153: Dr Schorsch vrzählt vom 5. Mai 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jetzt send’s scho wiedr 35 Tag nâch Ostersonntag, weil nach 39 Tag feierat mr am Donnerstich Christi Himmelfahrt. Jawohl mr feirat Himmelfahrt ond net Vatertrag. So macht’s wenigschtens d’Schorsch, obwohl’r dreifacher Vatr ond dreifachr Großvatr isch, scho emmer. S’gibt doch nex blödr’s, wia wenn halbwüchsige Burscha, dia nâchweislich no koine Vätr send, âgsoffa mit ma Bollerwage voll mit Bier durch Gegend dappet. Deshalb, machet am Donnerstich an schöne Himmelfahrtausflug oder -wanderong mit Eure Liabe ond genießet dr Tag em Kreis Eurer Familie. Nâ gâht’s Euch uff jeden Fall am Freidich viel bessr – ohne an katriga Schädel.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega