Archiv der Kategorie: 3. Dr Schorsch vrzählt

Nr. 174: Dr Schorsch vrzählt vom 15. September

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Für a paar Leut’ isch’s a Derby. Für dr Schorsch isch’s dr Wettbewerb dr ogleiche – ond em Augablick erfolglose – Brüdr, wenn am Sonntich dr VfB Stuttgart beim SC Freiburg âtritt. Die Württembergr kriaget zwar an „Hägger“, dia Badener an „Gluggser“, die Württembergr kommet aus em „Ländle“ und dia Badener aus „Baden“, ond die Württembergr badet im Schwäbischa Meer, während die Badener im Bodensee badet, trotzdem muss mr’s emmer wiedr sage. Die meiste Badener send ebenso Schwâbe wia mir Württemberger, weil mr ondrscheidet bloss zwischa dem Königreich Württemberg ond dem Großherzogtum Baden, ond mir stammet älle vom gleicha Volksstamm ab. Dr Historiker, erfolgreichste Mundartautor ond Degerlocher, Dr. Gerhard Raff, hât des ganz genau uffgschrieba: „Schwaben umfasst die Länder Baden ond Württemberg südlich der Demarkationslinie Hornisgrinde-Hesselberg, ferner Hohenzollern, das Elsass, die schwyzerdütschsprachige Schweiz, Liechtenstein, Vorarlberg sowie die seit Napoleon völkerrechtswidrig unter bayrischer Verwaltung stehenden Schwäbischen Ostgebiete zwischen Iller und Lech.“ Selbscht dr Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hât des verinnerlicht: nâch dem Halbfinal-Sieg vom VfB gegen d’SC Freiburg am 17. April 2013 – Jesses noi isch des lang her – hât dr MDR en seinr Nâchrichtasendong am Âbend gmeldet: „Der VFB siegte im innerschwäbischen Duell gegen den SC Freiburg.“ Bravo. Dr Schorsch kennt’s aushalte, wenn’s am Sonntich so wiedr ausganga dät. (Âmerkong: S’isch 3:3 ausganga.)

 guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 173: Dr Schorsch vrzählt vom 8. September 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

En dr nächsta Woch’ kommet dia kloine Erstbemberla en d’Schul’. Irgendwia dehn dia Pimpf am Schorsch a weng leid, vor ällem, wenn’r a sei Kendheit denkt: Mr isch Fahrrädle ohne Helm gfahra. Mr hât Soifakischta baut, ond hât bei Berg nondrfahra feschtgstellt: „Blöd, Bremsa vrgessa!“ S’Telefo’ hât no a Wählscheib ghet ond war fescht vränkert, des hât aber nix gmacht, weil mr hât’s sowie so net braucht. Bei de Freind hât mr oifach an dr Tür gschellt. Mittaglang isch mr durch d’Gegend geschtromert, isch gelegentlicht mit bluatige Knie odr ma uffgschlagene Grend hoimkomma – ond d’Eltern sind drbei net en Panik komma. Dr Vrkäufere beim Metzgr hât no ohgfragt a Rädle Lyoner vrschenka könne, „vegetarisch“ odr gar „vegan“ hât’s no gar net gebba. Komisch, mir hend älle überlebt.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 172: Dr Schorsch verzählt vom 1. September 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

So wia’s aussieht kriaget mir dr ewige Sommer. En ganz Europa hend se per Internet abgstemmt, ond a Mehrheit (fascht 80 Prozent von rond 4,6 Milliona Leut’, wo sich beteiligt henn) hât gsagt, dia Sommerzeit soll emmer bleiba, weil dia Wenigste wollte des ständige hälbjährige Hin-ond-Her. Dr EU-Kommissionpräsi hât sich am Freitag mächtig aus em Fenschtr glehnt ond er hât gsagt, wenn des viele wellet nâ muas mr des au mache. Jetzt send mr mâl gspannt, ob dia Mitgliedsstaate – des send emmerhin 28 Stück von Belgien bis Zypern – dâ mitziaget, ond ob am End’ au des Europäische Parlament sei „Jâ, so machet mr’s“ drzaugibt. Uff jeden Fall isch en dem Jâhr mit dr Sommerzeit am 28. Oktober Schluss.

Soll’st abr irgendwann komma, dass mir bloss no d’Sommerzeit henn, nâ wird ons zwangsläufig bei dr Omstellung wiedr a Stond gstohla. Ond dia kriaget mr nâ nemme zrück. Abr dr Schorsch glaubt, dâmit kennet mr leba.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 171: Dr Schorsch vrzählt vom 25. August 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jetzt sollet doch tatsächlich dia fritierte Grombiara-Stäbla en Belgien kloinr werda. Dr Grond: Di schlecht’ Ernt’ wega dr Hitz’. Saga mr mâl so, des beschlastet dr Schorsch jetzt net. Wenn dia Grombiera en dem Jâhr tatsächlich kloinr send, nâ wirkt sich des nämlich guat uff dr schwäbische Grombierasalat aus. Weil bekanntlich gebat kloine Erdäpfel an bessra Salat, weil se sich bessr rädla lasset. Also hât di Hitz’ für onsere schwäbische Schmankerl durchaus au Vorteil. A Grombiarasalat, wo en dr Soß’ schwemmt, isch zwar durchaus ebbes Guats, abr mr sott en au net übrbewerta. Schließlich send des Wichtigse beim Sonndichsbrâte dia selbrgmachte Spätzla. Ond dâ isch’s grad egal, ob dr Sommr so hoiß isch.

Ob dia Henna bei dera Hitz’ wega dem viala Schwitza kloinere Oier legat, des isch em Schorsch net bekannt. Do druff kâ mr abr leicht reagiera. Nâ nemmt halt oifach a Oi meh’, odr zwoi. Zviel Oir kâ mr schließlich net en dr Spätzlestoig neidoa.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 170: Dr Schorsch vrzählt vom 18. August 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Dr Herrgott kâ oin au mit Viel strâfe. Di Woch’ hât dr Schorsch amol an Blick uff die Stroiobstwiesa von seinra Frau gwagt. Ond was soll’r saga, s’hât en fascht dr Schlag troffa. Die alte Äpfel- ond Birnabäum hänget so voll, wia no nia. Ond teilweis hanget dia Äscht bis uff dr Boda na. Oi Baum hât sich wahrscheinlich denkt „was soll’s“, ond oifach zwoi riesige Äscht ennerhalb von sechs Wocha weggschmissa. Eigentlich hât’r recht ghet, denn was soll mr au mit so viel Frücht’ âfanga. So viel Äpflmuas, Äpflkucha, Äpflküchla odr Ofaschlupfr veträgt oifach koi Mage.

A Fässle Moscht wär a Idee. Bloss wer soll den drenka? Mit Graußa erinnert sich dr Schorsch an sei letzschte Mostproduktion. Eigentlich isch des Gsöff ganz guat worda – zwoi Drittel Äpfl, oi Drittel Birna ond a Handvoll Schleha – abr trenka wella hât’n oifach koinr. Ond was isch’s End vom Lied gwä? Irgendwann isch dr Moscht zäh worda ond a Essigmuadr hât sich broit gmacht. Jâhrelang hât’r sein Salat mit Obschtessig âgmacht, abr irgendwann isch nâ au guat gwä.

Jetzt bleibt also bloss no a hochprozentigr Erlös von dem reicha Erneseega. S’werdet also die Äpfl ond Birna zammaraschpla ond en blaue Pastikfässle eischlage ond nâ ghofft, dass dia segensreiche Hefepilz aus dem Zuckr recht viel Alkohol machet. An Brennmoischtr seines Vertrauens hât dr Schorsch jâ. Bleibt zom Hoffe, dass der bei dem viela Obst au Zeit hât, an geistreicha Obstler zom Destilliera.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 169: Dr Schorsch vrzählt vom 11. August 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jesses noi, jetzt wird dr Schorsch doch a bissle vrlega. Er hât nämlich erfahra, dass seine wöchentliche Ergüss’ sogar en Amerika glesa werden, weil a treue BZ-Leserin, dia jeden Samstich ausschneidet ond zo ihrer Tochter übr dr große Teich schickt.

Des isch vielleicht dr richtige Âlass, de Schwestra ond Brüdr, dia net mit dr Gnade dr schwäbischen Geburt gsegnet send (Danke an Gerhard Raff für diese schöne Formulierung), an kleine Schwäbischkurs für Âfänger zom geba, wohl wissend, wenn mr net in dia Sprâch neigebora wird, nâ wird’ schwer. Am Beschte mir stellet ons an Bsuch in ra Boiz (Wirtschaft) vor mit dera Bstellung (in Lutherdeutsch): „Ich hätte Appetit auf ein Glas Wein und würde gerne einen kleinen Imbiss mit Rauchfleisch dazu essen. Meine Begleitung hätte gerne ein Bier und hätte gerne die gebratenen Oberländer-Bratwürste.“

„I hann Glüschta uff a Veschperbrod mit Kameekäs ond dät a Viertle drzu nemma. Mei Spetzl hät gern a Halbe ond drzu âbreggelde Nackede“, des dät wohl a Schwâb bschtella. Aus „Es war gut und ich bin sehr satt“ wird nâ „S’hât gschmeckt ond mir spannt dr Ranza“. Beim Zahla beim Frailein (Kellnerin) sott mr s’Drenkgeld net vergessa ond oifach sage: „S’isch guat so“ („Der Rest isch für Sie.“

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Nr. 167: Dr Schorsch vrzählt vom 4. August 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Heut will sich dr Schorsch âmol mit a baar Sprâchschmankerl em Schwäbischa beschäftiga. Weil eigentlich send mir jâ dia absolute Könnr der „Möglichkeitsform“ – odr des Konjunktivs, wias en dr Grammatik hoißt. Wer hât net scho mâl dia wondrbar Frag’ zur Bedienong en dr Wirtschaft gsagt: „Däd i zahla dürfa?“. Des Ganze lässt sich abr doch no übrtreffe, mit dr Antwort uff die Frag’ „Därf’s no ebbes sei?“ beim Metzger odr Bäcker: „Noi, des wärs.“

Was onsr Schwäbisch letztendlich zehmlich oifach macht, isch, dass mir dia sogenannte „Relativpronoma „der, dia, das, welcher, welche, welches“ oifach durch „wo“ ersetzat. Wobei natürlich des lutherdeutsche Tunwort (Verb) „gehen“ em Schwäbischa fier Auswärtige am ma Mysterium gleichkommt: Weil „ganga“ brauchet mir bloss om an Ortswechsel zu benenna. Wenn mir „“ganget“ nâ „laufet“ mir, wenn mr „laufet“ nâ „sprenget“ mr ond „sprenga“ hoißt „hopfa’“ (odr uff der Alb „jugga“. Wobei, wenn’s ons juggd nâ „beißt’s“ ons.

A gute Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Nr. 166: Dr Schorsch vrzählt vom 28. Juli 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Viele Jâhr isch dr Schorsch em Urlaub mit seim Bötle uff em Wassr gwä. En dem Jâhr hat‘r sich denkt, er dät amol an klassischa Strandurlaub macha. Ond weil dia Oranje-Kickr erscht gar net drbei waret, ond dia onsere Helda bei dr Fußball-WM nâch dr Vorrond‘ hoimgfahre send, hât‘s en Holland au gar koi Gfahr geba, dass mr womeglich übr Fußball schwätza müsst. Zeeland isch sei Ziel gwä, flach ond teilweis elf Metr onderm Meeresspiegl, was abr gar net gemerkt hât. Des Strandleba isch klasse gwä: osennig viel feiner Sand, net bloß am Strand, au an Körperstella, von dene dr Schorsch jetzt gar net vrzähle will, sauhoiß ond koin Schatta, ond viele komische Leut‘. Ond dia besonderschte von dene komische, dia henn ohne Senn ond Vrstand em Sand graba, wia wenn‘s koin Morga meh‘ geba dät. Riesige Sandburga, Löchr, so tiaf, dass mr scho fascht Australia gseha hât. Drei Tag hât dr Schorsch dia schwoißtreibende Arbeita mit viel Vrwonderung ond wenig Vrständnis aglotzt. Am vierta Tag hât‘s nâ packt, ond er hât sich a oigene Schaufl kauft, ond nâ isch‘s abr rond ganga. Mit ra Leidaschaft hât‘r ebenso sinnlose Löchr ond Gräba grabe, ond drbei älles gäba. Was soll‘r sage, mr glaub‘s kaum, was für a Befriedigong so a durchgrabenr Strand geba kâ. Ebaso ohfassbar, wia oherklärlich. Beim nächsta Strandurlaub nemmt dr Schorsch uff jeden Fall a große Profischaufl mit. Dâ sieht mr oifach a bessr‘s Stück‘.

A guate Woch‘ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 165: Dr Schorsch vrzählt vom 21. Juli 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jetzt send scho aus fascht älle Kornfeldr scheene Stopplfeldr worda, ond des scho Mitte Juli, grad recht wenn d‘Sommrferia âfanget. Wia guat kâ sich dr Schorsch no an sei Jugend erennra, weil wenn‘s dia Stopplfeldr geba hât, nâ isch‘r em Schreinr en seim Hoimatort gehörig uff dr Senkl ganga. Mendestensch zwoimâl en dr Woch‘ isch‘r nämlich en dr Werkstatt gstanda, weil‘r wiedr amâl frische Drachastäbla braucht hât. Gfreit hât sich dr Schreibwarelada em Flecka, weil dia Omsätz für Bäbb ond Drachapapier fascht explodiert send. Ond liabe Freind, dia Konstruktiona waret irrsennig ond riesa groß. Viereckig, sechseckig, mit ondrschiedliche Farba ond mit meterlange Schwänz‘ aus Bendfada mit Zeitungspapier-Fliegela. Die best‘ Konstrutio war abr di Schwalb‘, di hât koin Schwanz zom stabilisiera braucht, sondrn hât a bogene Querstang‘ ghet, was se leicht hin ond her schwenkend fliaga lasse hât. Vielleicht sott Dr Schorsch jetzt mit seine Enkela mâl wiedr an Drache baua. Abr kriagt mr übrhaupt no Drachastäbla?

 guate Woch‘ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 163: Dr Schorsch vrzählt vom 14. Juli 2018

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Mit am Sportglotza isch‘s zur Zeit für ons net ganz oifach. Mit dene Kicker war‘s jâ bekanntlich gar nix. Ond so a Endspiel ohne Schwarz-Rot-Gold? Dâ fehlet oim dia Emotiona. Oifach bloß zuglotza des macht koin richtiga Spaß. Au bei dr französischa Apotheka-Rondfahrt send onsere Radler bloß gelegentlich mit vorna drbei. Deshalb send mr heut‘ ganz vrückte Tennisâhängr, schließlich stâht onser Mädle em Endspiel von Wimbledon. Ond dâ müsset mr ganz arg älle onsere Dauma drucka, damit onser Mädle gega dia amerikânische Wuchtbrumme endlich die Nachfolge von onsrer Steffi schafft.

 guate Woch‘ ond em Herrgott sein Sega